Tablets bewegen die Welt. Tablet-Publishing erweitert die Unternehmenskommunikation

Nachdem Apple Anfang 2010 das iPad präsentierte sind die Meinungen der Experten gespalten. Genial finden den Tablet-Computer die einen. Braucht kein Mensch nölen die anderen. 20 Monate später hat das Unternehmen aus Kalifornien weltweit über 40 Mio. iPads verkauft. Wenn Marktforscher recht behalten, besitzen bis Ende 2014 fast 10 Mio. Menschen in Deutschland einen Tablet-PC. Unternehmen sollten dies nutzen, um ihre Zielgruppen dort zu erreichen. faktor K unterstützt seine Kunden dabei, Medien für Tablets zu entwickeln und umzusetzen.

Tablets vereinen die Vorteile von Print und Web. Die Schriftdarstellung ist brillant. Gestengesteuertes Navigieren macht die Tabletnutzung intuitiv. Nutzer kontaktieren Unternehmen per Fingertip. Daten können in Echtzeit aktualisiert werden. Sprachaufzeichnungen und Videos bereichern die Textinhalte. Printmedien macht das zu schaffen. Zumal Tablet-PC mobil sind und den Computer vom Schreibtisch ins öffentliche Leben oder auf die heimische Couch holen. Dort werden sie als Internet-PC, Mail-Assistent, E-Book-Reader, Spielkonsole, Fotoalbum, Musikspieler oder eben als Anzeigegerät für digitale Zeitschriften und Magazine genutzt. 

Wendepunkt für Unternehmen

Es zeichnet sich ab, dass die multi-medialen Alleskönner die Medienlandschaft verändern. Im ersten Quartal 2011 sinkt erstmals der Absatz stationärer PCs. Die Zahl der gedruckten Zeitungsseiten nimmt weiter ab. Der Axel Springer Verlag verkauft täglich 134.000 Exemplare seiner digitalen Zeitschriften für Smartphones und Tablets und verdient im ersten Halbjahr 2011 mit Werbung im Web mehr Geld als mit klassischen Anzeigen. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Mathias Döpfner sieht einen »Wendepunkt in der Struktur des Unternehmens«. 

Deutschland erhält digitale Kioske

Noch hat sich kein Geschäftsmodell zur Konzeption und Verbreitung digitaler Inhalte etabliert. Auf der Vertriebsseite führte lange Zeit kein Weg am App-Store von Apple vorbei. Doch mittlerweile gibt es Konkurrenz: Pubbles, die verlagsübergreifende Online-Plattform des Medienkonzerns Bertelsmann und seiner Tochter Gruner & Jahr, bietet elektronische Bücher, Magazine und Zeitungen an. Die Deutsche Telekom öffnet den Web-Kiosk Pageplace. Auf E-Books spezialisiert ist Libreka, ein Angebot deutscher Verlage und Buchhändler, das mittlerweile 80.000 elektronische Bücher umfasst. 

Apples iPad bekommt Konkurrenz

Immer mehr Geräte drängen auf den Markt. Amazon startet in den USA eine Offensive bei Tablets: das Kindle Fire tritt gegen das iPad an. Es kann im Web surfen, aber nicht telefonieren oder fotografieren. Mit 199 Dollar kostet Amazons Tablet jedoch weniger als die Hälfte des iPads. Noch billiger ist das Lesetablet des Weltbild-Verlages. Für 60 Euro ermöglicht er es, digitale Bücher oder Magazine zu lesen, Fotos zu betrachten oder Musik zu hören. Dr. Klaus Driever, Geschäftsführer der Verlagsgruppe Weltbild, stellt fest: »eReader und eBooks sind in der Breite der Bevölkerung angekommen«.

Globale Trends beflügeln Tablets

Im Unternehmensbereich wird diese Medieninnovation von Führungskräften und der Kompatibilität zu anderen Trends gestützt. Manager, die Tablets privat nutzen, möchten sie auch in ihren Unternehmen einsetzen. Cloud-Computing und kollaboratives Arbeiten spielt den Tablets in die Karten: Software wird nicht mehr auf unzähligen Einzelplatzrechnern installiert und angepasst. Schon heute werden Office-Dokumente »in der Wolke« bearbeitet. Diese sind von unterschiedlichen Endgeräten aus erreichbar und ermöglichen den Mitgliedern von Arbeitsgruppen einen ortsunabhängigen Zugriff auf dieselben Daten. Heimarbeitsplätze sind somit leichter »einzurichten«. Zumal die technischen Voraussetzungen gegeben sind: Die Hälfte der deutschen Breitband-Internetzugänge wird mit einem drahtlosen WLAN-Netz betrieben, vermeldet der Branchenverband BITKOM bereits im Mai 2010. Marktforscher von Informa sehen weltweit 230 Millionen verkaufte Tablets im Jahre 2015. Die Kollegen von Gartner erhöhen diesen Wert gar auf 326 Millionen.
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